Der Ersatz fossiler Öl- und Gasheizungen durch moderne Wärmepumpen ist längst nicht mehr nur Neubauten vorbehalten. Auch in älteren Schweizer Wohngebäuden lässt sich eine Wärmepumpe heute in den meisten Fällen wirtschaftlich und hocheffizient nachrüsten.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf es beim Heizungsersatz im Altbau ankommt, wie Wärmepumpen mit bestehenden Radiatoren (Heizkörpern) zusammenarbeiten und welche Schritte vor der Installation sinnvoll sind.

Wärmepumpe mit bestehenden Radiatoren betreiben

Ein weit verbreiteter Mythos besagt, dass Wärmepumpen zwingend eine Fussbodenheizung voraussetzen. Moderne Luft/Wasser- und Sole/Wasser-Wärmepumpen erreichen dank Inverter-Technologie und natürlichen Kältemitteln (wie R290 Propan) mühelos Vorlauftemperaturen von 55 bis 65 °C.

Damit lassen sich bestehende Radiatoren in ungedämmten oder teilgedämmten Altbauten in der Regel problemlos weiterbetreiben:

  • Niedertemperatur-Radiatoren: Einzelne kleine Heizkörper in Hauptwohnräumen können durch vergrösserte Niedertemperatur-Heizkörper ersetzt werden, um die benötigte Vorlauftemperatur zu senken.
  • Hydraulischer Abgleich: Eine optimale Einregulierung der Heizkreise stellt sicher, dass alle Räume gleichmässig mit Wärme versorgt werden.

Dämmung und Effizienz im Altbau

Je geringer der Wärmeverlust der Gebäudehülle, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Es muss jedoch nicht zwingend eine teure Gesamtsanierung vorab erfolgen. Bereits gezielte Einzelmassnahmen steigern die Jahresarbeitszahl spürbar:

  • Dämmung der obersten Geschossdecke: Eine verhältnismässig günstige Massnahme mit hoher Wirkung.
  • Erneuerung veralteter Fenster: Verringert Zugluft und Wärmeverluste drastisch.

Fazit

Eine Wärmepumpe im Altbau ist in der Schweiz heute ein bewährter Standard. Mit einer fachgerechten Planung durch einen zertifizierten Fachbetrieb lässt sich der fossile Energieträger nachhaltig ersetzen.

Martin Fässler

Martin bereitet technische Zusammenhänge, Kosten-Nutzen-Analysen und Fördermöglichkeiten transparent auf, immer mit dem Ziel, technologieoffene, pragmatische und zukunftssichere Entscheidungen zu ermöglichen.